28.06.2010
Swiss Casinos St. Gallen mit geklärter Aussicht. Interview mit dem Direktor des St. Galler Grand Casinos zur Raucher Situation in den Casinos
Swiss Casinos St. Gallen
Der Bund setzte am 1. Mai dieses Jahres die nationalen Vorschriften zum Schutz vor Passivrauchen in Kraft. Ab 1. Juli gelten im Kanton St. Gallen zusätzlich strengere Vorschriften. Gastgewerbliche Betriebe dürfen ab diesem Datum kantonsweit nicht mehr als Raucherlokale geführt werden. Das Rauchen ist nur noch in unbedienten Räumen und/oder Fumoirs erlaubt. Spielbanken werden zu den gastgewerblichen Betrieben gezählt. Dies hat Auswirkungen auf die beiden Casinos in St. Gallen und Bad Ragaz. Zeitgleich tritt auch in Österreich ein Rauchergesetz in Kraft, welches der schweizweiten Lösung sehr ähnelt und das Rauchen im Casino Bregenz stark einschränkt. Im Unterschied zu den Vorschriften im Kanton St. Gallen sind die Raucherbereiche in Österreich bedient.
Massimo Schawalder führt seit Ende 2006 das Grand Casino in St. Gallen als Direktor. Mit der Einführung des St. Galler Rauchergesetzes im Oktober 2008 trat für ihn eine sehr schwierige und schweizweit einmalige Situation ein. Derweil im St. Galler Casino das Rauchen bloss noch in einem Fumoir erlaubt war, konnte in allen Casinos rund um St. Gallen weiterhin geraucht werden.
Herr Schawalder, rauchen Sie?
Nein, Rauchen gehört nicht zu meinen Hobbys. Im Gegensatz zu unseren Gästen. Denn über die Hälfte der Besucher geniesst es, während des Spiels zu rauchen.
Was hatte die Einführung des Rauchergesetzes im Oktober 2008 für Auswirkungen auf das von Ihnen geführte Casino?
Unmittelbar nach Monatsbeginn war ein grosser Teil unserer rauchenden Gäste ausgeblieben. Und damit auch ein Viertel des Ertrags aus vorherigen Zeiten. Die Situation war nirgends so deutlich wie bei uns. Da die Raucher auf die Casinos in Bad Ragaz, Bregenz, Konstanz und Schaffhausen ausweichen konnten, bekamen wir die Auswirkungen mit voller Wucht zu spüren. Und leider haben sich die Prophezeiungen der Raucher-Initianten in keiner Weise bewahrheitet, dass wir einen signifikanten Zulauf von Nichtraucher erfahren würden.
Wie haben Sie auf den abrupten Geschäftsrückgang reagiert?
Bereits Anfang 2009 haben wir einen neuen Auftritt kreiert und das Unterhaltungs- und Promotionsangebot ausgebaut. Es hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass in unserem Haus auch neben den Spieltischen und Slot Machines viel los ist. Nach einigen Behördengängen und Gesprächen konnten wir im Juni des vergangenen Jahres einen Drittel des Casinos als Smoking Area eröffnen. Seither ist die Abwanderung gestoppt. Aber dennoch kamen wir natürlich nicht umhin, Personal abzubauen und ein striktes Kostenmanagement zu handhaben.
Was bedeuten nun die neuen Vorschriften für die Casinos in der Umgebung?
Für uns ändert sich nun bloss, dass wir die Gäste in der Smoking Area nicht mehr bedienen dürfen. Darum haben wir unmittelbar vor dem Raucherbereich eine Bar installiert. In Bad Ragaz gelten nun dieselben Vorschriften wie bei uns, in Bregenz und Schaffhausen ist die Bedienung der Gäste im Raucherbereich noch erlaubt. Die beiden Casinos in Lindau und Konstanz kennen auch ein Rauchverbot. Die Handhabe ist jedoch unterschiedlich.
Und welche Folgen erwarten Sie nun für Ihr Casino?’
Durch die nationalen Vorschriften sind „die Stricke“ wieder für alle in etwa gleich lang. Alles in Allem rechnen wir nun damit, dass einige Gäste wieder bei uns anzutreffen sind, die in den vergangenen 1 ½ Jahren wegen des Rauchverbots einen weiteren Weg in Kauf genommen haben. Darum blicke ich optimistisch in die Zukunft. Seit Beginn der Fussball Weltmeisterschaft ist unser neue Event Bereich in Betrieb. Die Reaktionen unserer Gäste unterstützen mein Gefühl.
Herr Schawalder, vielen Dank für das Gespräch.




